Philologie und Kulturwissenschaft

21. Juni 2010

An dieser Stelle habe ich schon einmal darauf hingewiesen, dass es seit einigen Jahren ein Spannungsverhältnis zwischen den Begriffen ‚Philologie‘ und ‚Kulturwissenschaft‘ gibt. Für einige schließen sich ‚Philologie‘ und ‚Kulturwissenschaft‘ aus, für andere sind es unterschiedliche Verfahren, die durchaus miteinander kombiniert werden können, und für wieder andere sind ‚Philologie‘ und ‚Kulturwissenschaft‘ letztlich dasselbe – nur dass erstere etwas antiquierter klingt als letztere.

Angesichts dieser unterschiedlichen, sich vielfach widersprechenden Bedeutungen verwundert es auch nicht, dass viele Literaturwissenschaftler den Begriff ‚Philologie‘ derzeit als Kampfbegriff zu besetzen versuchen bzw. das ‚Philologe-Sein‘ anderen Kollegen absprechen, um sich selbst indirekt zu profilieren. Doch wer so verfährt, tut meist so, als sei hinlänglich klar, was einen Philologen ausmache. Wie wenig das heute, aber auch in den letzten 200 Jahren der Fall war, versuchen Uwe Wirth und ich nun in einer Anthologie zu dokumentieren.

Ob es uns gelungen ist, das sollen freilich andere entscheiden. Es wäre sehr nett, wenn Leser ihre Meinungen zu der Anthologie hier als Kommentar posten würden.

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