Durch ein Hiob-Ludolf-Fellowship hatte ich die Gelegenheit, diesen November am Forschungszentrum Gotha zur europäischen Bibeltragödie zu forschen. Nicht nur, dass man dort ideale Arbeitsbedingungen vorfindet und in einem sehr anregenden Umfeld die eigenen Überlegungen diskutieren kann (vielen Dank an das Seminar zur Intellectual History von Martin Mulsow und die vielen guten Gespräche mit den übrigen Stipendiaten). Auch die Stadt selbst ist schön und hat wunderbare Ecken.

Gelesen habe ich dort vor allem französische und deutschsprachige Bibeltragödien vom späten 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, von Racine bis Klopstock. In Gotha wurden diese Bibeltragödien aus ganz unterschiedlichen Gründen gesammelt. Die Bücher, die ich in die Hände bekam, waren dementsprechend in ganz unterschiedlichen Formaten. Auch wiesen sie sehr unterschiedliche Benutzungsspuren auf. Ein Buch waren nicht einmal aufgeschnitten. Andere waren offenbar schon oft gelesen worden. Da man in Gotha zudem sehr guten Zugang zur Forschungsliteratur hat, hat mein Vorhaben von dem Aufenthalt sehr profitiert.
Einige Hypothesen muss ich allerdings noch mal überprüfen. Denn die Bibeltragödien, die ich gelesen habe, hielten inhaltlich und auch formal doch die eine oder andere Überraschung bereit. Das wird in dem geplanten Buch zu berücksichtigen sein. Deutlich wurde auf jeden Fall wieder einmal, dass ein Bibliotheksbesuch die Lektüre von Digitalisaten nie ganz ersetzen kann.














