Authentizität

31. Oktober 2017

Wolfgang Engler, der langjährige Leiter der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin, hat ein Buch über das zeitgenössische Bedürfnis nach Authentizität geschrieben. Auf nachtkritik habe ich mir dazu vor einigen Tagen ein paar Gedanken gemacht.

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Luther auf der Bühne

11. Oktober 2017

Meinen ersten Luther-Vortrag habe ich im März gehalten; Schluss ist mit den Reformationsfeierlichkeiten ist zumindest für mich Ende November mit einem Abend-Vortrag. Dazwischen lagen weitere Diskussionen, Vorträge, Ausstellungsbeiträge und -besuche. Am letzten Wochenende habe ich dann zudem das Luther-Stück von Feridun Zaimoglu in Kiel besucht. Es hat der Reformation eine bemerkenswerte Facette abgerungen und war insgesamt sehr überzeugend. Wie’s genau war, habe ich auf nachtkritik ausgeführt.


Die Milchstraße

18. September 2017

hat geknurrt. Doch meinte sie mich? Ich weiß es nicht. Wie es ist, wenn sie knurrt, könnt ihr in Bielefeld sehen und auf nachtkritik.de lesen.


Spieltriebe

2. September 2017

Wenn ich es derzeit schon nicht schaffe, hier neue Beiträge zu schreiben, dann darf zumindest ein Hinweis auf meinen Besuch der Spieltriebe 7 nicht fehlen. Ergänzend dazu zumindest noch ein paar Foto-Impressionen.

 


Revolution

24. April 2017

Am Samstag, wenige Stunden bevor in Frankreich die Wahllokale geöffnet wurden, habe ich mir das französische Stück der Stunde, Pommerats Ça ira, in Münster angesehen. Wie diese dramatische Auseinandersetzung mit den Anfängen der französischen Revolution realisiert wurde und wie es mir gefallen hat, lest ihr auf nachtkritik.de.


„… damit es grün bleibt“

24. Februar 2017

In Heiner Müllers Mauser gibt es einen paradoxen Vers, der mich immer wieder fasziniert hat:

                                 wissend, das Gras noch
Müssen wir ausreißen, damit es grün bleibt.

(Heiner Müller: Mauser, in: ders.: Werke 4. Frankfurt/M. 2001, S. 245)

Hans-Thies Lehmann und Susanne Winnacker haben im Heiner Müller Handbuch (S. 255) diesen Vers überzeugend auf Der stille Don des Nobelpreisträgers Scholochow bezogen: Revolution als Gärtnerarbeit, Drecksarbeit im wahrsten Wortsinn. Das mag in dem Roman metaphorisch ganz hübsch hinhauen, ist ja auch leicht variiert für andere Lebensanschauungen entwickelt (‚Arbeit im Weinberg des Herren‘). Aber Müllers Vers bleibt gleichwohl paradox. Schließlich grünt nichts mehr, wenn man das Gras ausreißt – es sei denn, man sät es neu. Hier aber grünt es, weil es ausgerissen wird. Das Grün folgt auf die Zerstörung vom Gras. Die Ambivalenz des Verses entsteht, weil unsicher bleibt, ob ‚grün‘ hier synonym für das Gras steht oder ob es für etwas Neues steht, das Hoffnung spendet.

Das fiel mir wieder ein, als ich letztens folgende predigthafte Sätze in Prousts Die wiedergefundene Zeit gelesen habe:

Victor Hugo sagt:
„Das Gras muss sprießen, und die Kinder müssen sterben.“
Ich aber sage, dass das grausame Gesetz der Kunst fordert, dass die Wesen sterben und dass wir selbst sterben, indem wir alle Leiden ausschöpfen, auf dass nicht das Gras des Vergessens sprieße, sondern das des ewigen Lebens, das dichte Gras fruchtbarer Werke, auf dem Generationen fröhlich, ohne Sorge um die, die darunter ruhen, ihr „Frühstück im Grünen“ veranstalten werden.

(Marcel Proust: Die wiedergefundene Zeit. Stuttgart 2016, S. 488f.)

Ich weiß nicht, ob Müller Proust je gelesen hat oder ob er ihm zumindest vermittelt durch Benjamin bekannt war (was ich immerhin für wahrscheinlich halte). Ich will auch gar nicht nahelegen, dass Müller mit dem Vers aus Mauser auf Hugo oder Proust anspielt (obwohl der gemeinsame messianische Duktus hier frappiert). Immerhin aber kann die Passage von Proust veranschaulichen helfen, Müllers paradoxe Metaphorik zu verstehen. Prousts Gras steht für sorglose Kontinuität des Bürgerlichen durch die Kunst. Eben dem will der Protagonist in Müllers Lehrstück ein Ende setzen durch etwas gänzlich Neues, weil aus seiner Sicht das Bürgertum kein Hoffnungsträger mehr ist und weil die Toten die Lebenden nicht mehr sorglos leben lassen.


Tragödie auf kleiner Bühne

30. Dezember 2016

War in Münster im Theater und habe dort eine große Tragödie auf einer kleinen Bühne gesehen. Wie’s war, steht bei nachtkritik.de.