Nachdem ich im November in Gotha war, um an einer Studie zur Bibeltragödie zu schreiben, hatte ich Anfang des Jahres ergänzend das Glück, diese Arbeit vier Wochen lang an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel fortsetzen zu können. Die Arbeitsbedingungen sind dort sehr gut, die Wege wunderbar kurz. Ich habe vor allem mit Altdrucken im Zeughaus gearbeitet, wo die wichtigsten Forschungsarbeiten im Freihandbereich gut zugänglich sind. Auch das Arbeitsumfeld ist sehr produktiv. Einige der Mitarbeiter kenne ich zum Teil schon sehr lange, so dass der Aufenthalt dort auch Gelegenheit gab, sich nach langer Zeit einmal wieder auszutauschen. Meine Überlegungen zur europäischen Bibeltragödie durfte ich gleich zu Beginn meines Aufenthalts im Forschungskolloquium präsentieren, das Bibliotheksdirektor Peter Burschel moderiert hat.
©hab (Eike Babel)
Die HAB veranstaltet für ihre Stipendiaten zweimal in der Woche ein Kaffeetrinken nach dem Lunch, bei dem man meisten sehr gut ins Gespräch kommt. Nicht ganz unwichtig, weil man ja sonst eher still in der Bibliothek sitzt. Den Gesprächen und Diskussionen verdanke ich zahlreiche wichtige Hinweise und Anregungen. Mit der Arbeit am Buch bin ich dementsprechend sehr gut vorangekommen.
Gelesen habe ich in Wolfenbüttel vor allem deutschsprachige Trauerspiele und Poetiken aus dem 17. Jahrhundert, auch Dramen-Übersetzungen aus dem Niederländischen ins Deutsche. Wolfenbüttel ist weiterhin das Zentrum für deutsche Drucke des 17. Jahrhunderts. Das wurde während des Aufenthalts mehr als einmal deutlich.
Eigentlich erst nach dem Stipendium, gefühlt aber als Schlusspunkt meiner Wochen in Wolfenbüttel fand die Lesung von Christopher Kloeble aus seinem neuen Roman Durch das Raue zu den Sternen im Lessinghaus statt. Veranstaltet hat sie die Lessing-Akademie. Der Roman von Christopher Kloeble hat das Publikum offenkundig sehr gebannt, eine differenzierte und engagierte Diskussion schloss sich an die Lesung an. Kloeble wird seinen Roman im Sommersemester im Rahmen meines Kolloquiums an der FU vorstellen. Gäste sind dann herzlich willkommen. Der Forschungsaufenthalt, der an sich sehr alten Büchern gewidmet war, hat also auch zu ganz neuen Impulsen geführt.
©Lessing-Akademie (Dr. Manuel Zink)










