… im Wasser dort

7. Oktober 2025

Nur drinnen ist Friede, im Wasser dort, das keiner sieht,

doch auf den Außenwänden tobt der Kampf.

Und der Friede kann tropfenweise kommen, vielleicht nachts,

wenn wir nichts wissen,

oder wie wenn man in einem Krankenzimmer am Tropf hängt.

(aus: Tomas Tranströmer: Ostseen (1974))


Eigendynamik

1. Oktober 2025

In den vergangenen sechs Monaten war ich Fellow am Bielefelder Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF). Zusammen mit vielen internationalen Gästen haben wir in einer interdisziplinären Forschungsgruppe gesellschaftliche Eigendynamiken in der Vormoderne in China, Japan, Korea und Westeuropa untersucht. Von den Diskussionen und Gesprächen habe ich ungemein profitiert. Einige davon sind auch dokumentiert:


Besonders intensiv habe ich mit dem Japanologen Jörg Quenzer aus Hamburg zusammengearbeitet. Wir haben diskutiert, inwieweit das Eigendynamik-Konzept auf literarische Gattungen bzw. Genres übertragen werden kann. Die Ergebnisse unserer Überlegungen werden wir zu gegebener Zeit publizieren. Im Moment bin ich vor allem dankbar, dass ich diese Erfahrungen am wunderbaren ZiF sammeln durfte.


Handwerk

28. September 2025

Möser meint in den Patriotischen Phantasien, dass jeder Gelehrte ein Handwerk lernen sollte. Mittlerweile wäre man schon dankbar, wenn jeder Gelehrte sein Handwerk beherrschte.


Akademische Freiheit – historisch betrachtet

4. März 2024

Da einmal mehr wieder viele Menschen viel über akademische Freiheit reden und tatsächlich politische Meinungsfreiheit meinen, hat es mir in den Fingern gejuckt, dazu etwas zu schreiben. Habe mich aber doch beherrscht. Aber lediglich, weil ich dazu schon einmal etwas an anderer Stelle veröffentlich habe. Darauf wollte ich zumindest kurz hinweisen.


Erinnerungen

31. Januar 2024

Hatte die schöne Gelegenheit, über einige Sätze nachzudenken, die mich bis heute sehr beschäftigen. Die Sätze hat Wilfried Barner schon vor rund 40 Jahren über Lessings „Die Juden“ geschrieben, gelesen habe ich sie vor ungefähr 30 Jahren:


Theater und Archiv

8. November 2021
Am Donnerstag veranstalte ich einen kleinen Online-Workshop über "Theater und Archiv" am DLA Marbach. Nachdem ich vor wenigen Tagen im Museum für Fotografie die Ausstellung "Theater im Sucher" über Ruth Walz besucht habe, stellt sich mir jetzt die Frage, wie sich das Verhältnis von Theaterfotografie und Textarbeit beschreiben lässt. Eins der zentralen Probleme ist dabei die Frage, in welchem Verhältnis das einzelne Text- bzw. Bildzeugnis zur Aufführung steht. Stammt es aus dem Probenprozess, von einem Pressetermin, einer regulären Aufführung? Ruth Walz' Arbeiten kennzeichnet, dass ihre Fotos oft einerseits vor dem Hintergrund präziser Kenntnisse des Inszenierungsprozesses entstanden sind und andererseits versuchen, die Zuschauerpersepktive - also die der Aufführung - einzunehmen. Das unterscheidet Walz' Blick auf die Bühne etwa von dem des Theaterkritikers (anders als es Gerhard Stadelmaier im Katalog zur Ausstellung meint). Vielleicht findet sich beim Workshop die Gelegenheit, diese Gedanken aufzunehmen und fortzuführen. 

Endlich wieder im Theater!

8. September 2020
Mein erster Theaterabend seit Monaten hat viel Spaß gemacht. Das lag nicht zuletzt an der guten Inszenierung von Matthias Brandts Roman "Blackbird". Meine vollständige Kritik findet Ihr auf nachtkritik.de. Da die Aufführung auch akustisch ihre Reize hat, lohnt es sich, ergänzend Martin Burkerts Kritik für den WDR zu hören.


Blumenberg

6. September 2020