Philologen, die über Intellektuelle schreiben, suchen die öffentliche Wertschätzung durch die Hintertür. Intellektuell werden sie dadurch freilich nicht. Sie bestätigen vielmehr ihr Schattendasein.
Akademische Selbstverwaltung
11. Oktober 2025Sie steht bei bei vielen Kollegen nicht hoch im Kurs. Ein nicht ganz unerhebliches Argument dafür findet sich – ironischerweise – bei Nietzsche in der Morgenröte (Nr. 181):
Regieren. — Die Einen regieren, aus Lust am Regieren; die Andern, um nicht regiert zu werden: — Diesen ist es nur das geringere von zwei Übeln.
… im Wasser dort
7. Oktober 2025Eigendynamik
1. Oktober 2025In den vergangenen sechs Monaten war ich Fellow am Bielefelder Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF). Zusammen mit vielen internationalen Gästen haben wir in einer interdisziplinären Forschungsgruppe gesellschaftliche Eigendynamiken in der Vormoderne in China, Japan, Korea und Westeuropa untersucht. Von den Diskussionen und Gesprächen habe ich ungemein profitiert. Einige davon sind auch dokumentiert:
Besonders intensiv habe ich mit dem Japanologen Jörg Quenzer aus Hamburg zusammengearbeitet. Wir haben diskutiert, inwieweit das Eigendynamik-Konzept auf literarische Gattungen bzw. Genres übertragen werden kann. Die Ergebnisse unserer Überlegungen werden wir zu gegebener Zeit publizieren. Im Moment bin ich vor allem dankbar, dass ich diese Erfahrungen am wunderbaren ZiF sammeln durfte.
Handwerk
28. September 2025Möser meint in den Patriotischen Phantasien, dass jeder Gelehrte ein Handwerk lernen sollte. Mittlerweile wäre man schon dankbar, wenn jeder Gelehrte sein Handwerk beherrschte.
Akademische Freiheit – historisch betrachtet
4. März 2024Da einmal mehr wieder viele Menschen viel über akademische Freiheit reden und tatsächlich politische Meinungsfreiheit meinen, hat es mir in den Fingern gejuckt, dazu etwas zu schreiben. Habe mich aber doch beherrscht. Aber lediglich, weil ich dazu schon einmal etwas an anderer Stelle veröffentlich habe. Darauf wollte ich zumindest kurz hinweisen.
Erinnerungen
31. Januar 2024Hatte die schöne Gelegenheit, über einige Sätze nachzudenken, die mich bis heute sehr beschäftigen. Die Sätze hat Wilfried Barner schon vor rund 40 Jahren über Lessings „Die Juden“ geschrieben, gelesen habe ich sie vor ungefähr 30 Jahren:
Theater und Archiv
8. November 2021Am Donnerstag veranstalte ich einen kleinen Online-Workshop über "Theater und Archiv" am DLA Marbach. Nachdem ich vor wenigen Tagen im Museum für Fotografie die Ausstellung "Theater im Sucher" über Ruth Walz besucht habe, stellt sich mir jetzt die Frage, wie sich das Verhältnis von Theaterfotografie und Textarbeit beschreiben lässt. Eins der zentralen Probleme ist dabei die Frage, in welchem Verhältnis das einzelne Text- bzw. Bildzeugnis zur Aufführung steht. Stammt es aus dem Probenprozess, von einem Pressetermin, einer regulären Aufführung? Ruth Walz' Arbeiten kennzeichnet, dass ihre Fotos oft einerseits vor dem Hintergrund präziser Kenntnisse des Inszenierungsprozesses entstanden sind und andererseits versuchen, die Zuschauerpersepktive - also die der Aufführung - einzunehmen. Das unterscheidet Walz' Blick auf die Bühne etwa von dem des Theaterkritikers (anders als es Gerhard Stadelmaier im Katalog zur Ausstellung meint). Vielleicht findet sich beim Workshop die Gelegenheit, diese Gedanken aufzunehmen und fortzuführen.









Veröffentlicht von kai bremer 






