„… damit es grün bleibt“

24. Februar 2017

In Heiner Müllers Mauser gibt es einen paradoxen Vers, der mich immer wieder fasziniert hat:

                                 wissend, das Gras noch
Müssen wir ausreißen, damit es grün bleibt.

(Heiner Müller: Mauser, in: ders.: Werke 4. Frankfurt/M. 2001, S. 245)

Hans-Thies Lehmann und Susanne Winnacker haben im Heiner Müller Handbuch (S. 255) diesen Vers überzeugend auf Der stille Don des Nobelpreisträgers Scholochow bezogen: Revolution als Gärtnerarbeit, Drecksarbeit im wahrsten Wortsinn. Das mag in dem Roman metaphorisch ganz hübsch hinhauen, ist ja auch leicht variiert für andere Lebensanschauungen entwickelt (‚Arbeit im Weinberg des Herren‘). Aber Müllers Vers bleibt gleichwohl paradox. Schließlich grünt nichts mehr, wenn man das Gras ausreißt – es sei denn, man sät es neu. Hier aber grünt es, weil es ausgerissen wird. Das Grün folgt auf die Zerstörung vom Gras. Die Ambivalenz des Verses entsteht, weil unsicher bleibt, ob ‚grün‘ hier synonym für das Gras steht oder ob es für etwas Neues steht, das Hoffnung spendet.

Das fiel mir wieder ein, als ich letztens folgende predigthafte Sätze in Prousts Die wiedergefundene Zeit gelesen habe:

Victor Hugo sagt:
„Das Gras muss sprießen, und die Kinder müssen sterben.“
Ich aber sage, dass das grausame Gesetz der Kunst fordert, dass die Wesen sterben und dass wir selbst sterben, indem wir alle Leiden ausschöpfen, auf dass nicht das Gras des Vergessens sprieße, sondern das des ewigen Lebens, das dichte Gras fruchtbarer Werke, auf dem Generationen fröhlich, ohne Sorge um die, die darunter ruhen, ihr „Frühstück im Grünen“ veranstalten werden.

(Marcel Proust: Die wiedergefundene Zeit. Stuttgart 2016, S. 488f.)

Ich weiß nicht, ob Müller Proust je gelesen hat oder ob er ihm zumindest vermittelt durch Benjamin bekannt war (was ich immerhin für wahrscheinlich halte). Ich will auch gar nicht nahelegen, dass Müller mit dem Vers aus Mauser auf Hugo oder Proust anspielt (obwohl der gemeinsame messianische Duktus hier frappiert). Immerhin aber kann die Passage von Proust veranschaulichen helfen, Müllers paradoxe Metaphorik zu verstehen. Prousts Gras steht für sorglose Kontinuität des Bürgerlichen durch die Kunst. Eben dem will der Protagonist in Müllers Lehrstück ein Ende setzen durch etwas gänzlich Neues, weil aus seiner Sicht das Bürgertum kein Hoffnungsträger mehr ist und weil die Toten die Lebenden nicht mehr sorglos leben lassen.

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Tragödie auf kleiner Bühne

30. Dezember 2016

War in Münster im Theater und habe dort eine große Tragödie auf einer kleinen Bühne gesehen. Wie’s war, steht bei nachtkritik.de.


Volksbühne Berlin

8. Dezember 2016

Eigentlich steht bei meiner Rundreise durch die Berliner Bühnenlandschaft das heutige Konzerthaus am Gendarmenmarkt auf dem Programm. Aber da die Debatte um die Neuausrichtung der Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz weiterhin virulent ist, dachte ich mir, dass ich meinen Beitrag dazu vorziehen sollte. Beginnen wir vielleicht mit einem alternativen Blick. Ich hatte letztens das Glück, den amerikanischen Lyriker Donald Berger folgendes Gedicht lesen zu hören:

People’s Stage

I love how you looked on that day.
I didn’t know you and still
Don’t know you,
The day of the walking X’s, no, the walking wheels.

I have to be home before two.
I let in a miniature face.
The shadow under the S-Bahn bridge is cold.
The man-sized graffiti almost a comfort.

Take those thoughts of a hand the fireflower put it
Over the window that reads, in English,
The Unknown Friends.

(Donald Berger: The Long Time. Die währende Zeit. Poems/Gedichte. Aus d. Englischen v. Christoph König. Göttingen 2015, S. 10).

Als ich schon vor längerer Zeit die Volksbühne nachgebaut habe, hing mir – wie so vielen – noch der Tod von Bert Neumann nach. Ich wollte deswegen auf jeden Fall auch das große ‚OST‘ auf dem Dach der Volksbühne realisieren, was bei Lego ja nicht so leicht ist, weil Lego insgesamt kein Freund von Biegungen, sondern von Ecken und Kanten ist. Dementsprechend war aber der Rest der Volksbühne verhältnismäßig gut zu realisieren.

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Was ich damals hingegen nicht nachgebaut habe, war das ‚Räuber-Rad‘ oder auch ‚laufende Rad‘ aus Castorfs Räuber-Inszenierung (die ich leider nie gesehen habe). Dass ich’s nicht gebaut habe, war auch dem Umstand geschuldet, dass das Rad auf dem Vorplatz steht. Bergers Gedicht aber hat mich daran erinnert, wie sehr das Rad den Besuchern der Volksbühne schon früh signalisiert, dass sie jetzt einen besonderen Raum betreten – einen Raum, in dem andere, nicht-bürgerliche Ordnungen und die ganze Energie des Sturm und Drang herrscht.

Dieser Raum, den die Volksbühne bis heute besetzt, symbolisiert ideal, was sich seinerzeit schon Ivan Nagel und seine Mitstreiter von dem Haus erhofften, als sie das bis heute wirkungsmächtige „Gutachten“ (das ja eher ein Masterplan für die Berliner Theaterlandschaft war) vorlegten:

Das hässlichste große Theater Berlins ist (ebenfalls deshalb) am besten geeignet, um ein junges Theater zu gründen: mit ästhetischer Innovationslust, politischer Schärfe wie (und sicher ganz anders als) die einstige Schaubühne am Halleschen Ufer. In diesem Haus, mit der U-Bahn vor den Pforten, zwischen Prenzlauer Berg und Kreuzberg gelegen, den Platz mit dem Programmkino Babylon teilend, dem Liebknecht-Haus brisant benachbart, aus Art déco- und SED-Bau mit kostbar scheußlichem Material zusammengesetzt, ließe sich etwas bewegen. Das Haus ist nicht nur auf der Hauptbühne, sondern in drei Foyers und einer Studio-Bühne bespielbar: in seiner besten Nachkriegs-Zeit haben das Benno Besson, Manfred Karge/Matthias Langhoff, Heiner Müller vorgeführt – in Ostberlin unvergessen.

(Ivan Nagel: Streitschriften. Politik, Kulturpolitik, Theaterpolitik. Berlin 2001, S. 133).

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Verteidiger der aktuellen Entscheidung zur Neuausrichtung der Volksbühne erinnern gerne daran, dass auch das Gutachten von 1991 für viel Widerstand gesorgt hat. Das ist zweifellos richtig. Nur artikulierte sich der damals vor allem, weil die Westberliner Theaterlandschaft beschnitten wurde. Die Entscheidung, Castorf die Volksbühen zu überantworten, wurde zwar nicht immer begrüßt, aber im Zentrum der Debatte stand diese Entscheidung nicht.

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Dieser Blick zurück auf das Gutachten von Nagel führt vor, dass die Vorschläge damals auf der Basis von verschiedenen klar benennbaren Kriterien formuliert wurden: die neue Leitung sollte ein historisches Bewusstsein für den genius loci haben, ästhetisch innovativ, politisch ’scharf‘ sowie ‚jung‘ sein, was sich sowohl auf die Belgeschaft als auch das Publikum beziehen dürfte. Die künstlerische Spannung ergab sich also allein schon aus diesen Voraussetzungen: aus der ästhetischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Ziel, dafür mit ‚anderen‘ Mitteln ein ‚anderes‘ Publikum zu gewinnen.

In Berlin wurde knapp ein Jahrzehnt später, mit dem Wechsel der künstlerischen Leitung an der Schaubühne, erneut versucht, eine solche Grundspannung zu erzeugen. Auch die Besetzung der aktuellen Intendanz am Gorki, mit Shermin Langhoff seit 2013, war von einer solchen Innovationslust gekennzeichnet. Die aktuellen Entscheidungen in Berlin hingegen orientieren sich ganz augenscheinlich an einer ganz anderen Größe, nämlich am vermeintlichen Publikumsgeschmack. Das hat dazu geführt, dass auf einmal eine Riege älterer und alter Männer zusammen mit Sasha Waltz die Leitung aller demnächst vakanten Häuser überantwortet wird – in der Hoffnung, dass die das schon richten werden, weil sie’s bisher ja auch nicht schlecht gemacht haben.

Dass das bei der Volksbühne besonders viel Widerstand ausgelöst hat – und das sollte man sich in aller Deutlichkeit klar machen –, ist nicht nur dem Umstand zu verdanken, dass Castorf in den letzten 25 Jahren ein ganz einzigartiges Theater mit ganz speziellen Publikumsbindungen geschaffen hat. Es ist auch dem Umstand geschuldet, ästhetische Fragen nicht nur aktuell-diskursiv, sondern auch historisch zu reflektieren und so Ausdrucksformen Raum zu geben, die beispielsweise Nagel sicherlich fern standen. Offenbar ästhetisch wie politisch großzügig hat er gleichwohl ein Theater ermöglicht, das inzwischen ein Viertjahrhundert der Theatergeschichte Berlins geprägt hat. Man kann sich nur wünschen, dass mit dem heutigen Tag eine solche Hellsichtigkeit wieder in die Kulturpolitik Berlins einkehrt.

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Gar nicht so feine Unterschiede – oder: Prousts Dramaturgen

26. November 2016

Als ich vor kurzem den 4. Band von Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit gelesen habe, stutzte ich bei folgendem Satz:

Ungewiss, ob Ibsen oder d’Annunzio tot waren oder noch lebten, sah er bereits Schriftsteller und Bühnenautoren seiner Frau Besuche machen und sie in ihre Werke einbringen.
(Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Bd. 4: Sodom und Gomorrha. Übers. v. Bernd Jürgen Fischer. Stuttgart 2015, S. 97).

Zwei Formulierungen irritierten mich. Einmal ‚in ihre Werke einbringen‘. Ich habe wohl verstanden, was gemeint ist. Doch ist diese Wendung eigentümlich unkonkret und unkonventionell. ‚Eingehen lassen‘ oder ‚Eingang finden‘ schienen mir spontan bessere Lösungen.

Zudem stutzte ich ob des Paars ‚Schriftsteller und Bühnenautoren‘. Warum stand da nicht ‚Dramatiker‘, dachte ich sofort. Klar: weil Dramatiker auch Schriftsteller sind. ‚Bühnenautoren‘ sind selbstredend auch ‚Schriftsteller‘, aber ‚Schriftsteller und Bühnenautoren‘ reflektiert immerhin die unterschiedlichen Publika der beiden – einmal die Leser, einmal die Zuschauer. Also erst einmal schauen, was Proust selbst schreibt:

Incertain si Ibsen ou d’Annunzio étaient morts ou vivants, il voyait déjà des écrivains, des dramaturges allant faire visite à sa femme et la mettant dans leurs ouvrages.
(so in der Ausgabe von 1919, S. 89).

Selbst wenn man wie ich nicht gerade gut Französisch beherrscht, bemerkt man gleich, wie sehr die Übersetzung mit diesem Satz kämpft. War das ein Beispiel dafür, weswegen nicht wenige Kritiken die neue Reclam-Ausgabe, die ich lese, zwar begrüßt, sich jedoch letztlich festgelegt hatten, dass die Suhrkamp-Übersetzung von Eva Rechel-Mertens besser sei? Also mal sehen, wie sie übersetzt hat:

Ungewiß, ob Ibsen oder d’Annunzio tot oder lebendig waren, sah er schon, wie Schriftsteller und Dramaturgen seiner Frau Besuche machten und sie in ihren Werken nannten.
(Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Bd. 4.1: Sodom und Gomorra. Übers. von Eva Rechel-Mertens. Frankfurt/M. 1982, S. 98).

‚In ihren Werken nennen‘ ist zwar meinem Eindruck nach zu prosaisch für Prousts Stil, aber ein wirkliches Urteil traue ich mir hier nicht zu. Auf jeden Fall trifft es den umschriebenen Umstand deutlich klarer als das bei der Übersetzung von Fischer der Fall ist.

Bemerkenswerter finde ich das Begriffspaar ‚Schritsteller und Dramaturgen‘. In Seminaren und in Pausengesprächen im Theater erlebe ich es immer wieder, dass ‚Dramatiker‘ und ‚Dramaturgen‘ nicht unterschieden werden bzw. dass manche Menschen ‚Dramaturg‘ sagen, obwohl sie ‚Dramatiker‘ meinen (umgekehrt übrigens nie). Je nach Gesprächssituation kann man das korrigieren – im Seminar regelmäßig, in der Theaterpause mag das die Höflichkeit verbieten. Allerdings ist mir diese begriffliche Unbeholfenheit bisher noch nie in seriösen Texten begegnet. Dass die so sehr gelobte Übersetzung von Rechel-Mertens diesen Bock schießt, hat mich deswegen irritiert. Immerhin zeugt er nicht nur von der Unkenntnis des Berufsstand ‚Dramaturg‘. Er zeugt auch davon, dass Rechel-Mertens sich in ihrer Wortverwendung absolut gewiss gewesen sein muss. Denn natürlich hätte ihr der Blick in jedes x-beliebige Wörterbuch gezeigt, dass der ‚dramaturge‘ im Unterschied zum ‚Dramaturg‘ nichts anderes macht, als Dramen zu schreiben.

Bleibt freilich das Problem, wie man ‚dramaturge‘ an dieser Stelle übersetzt. Bemerkenswert ist, vermute ich, zunächst, dass Proust nicht von ‚poète‘ oder ’nouvelliste‘ spricht. Die Herzogin von Guermantes, von der hier berichtet wird, fand also, so darf man mutmaßen, Eingang in längere literarische Erzählungen und in Dramen. Wenn man sich weiterhin klar macht, wie leidenschaftlich der autodiegetische Erzähler ins Theater geht, sollte man ‚dramaturge‘ möglichst gleichlautend und also mit ‚Dramatiker‘ übersetzen. Natürlich ist die geläufigste Übersetzung für ‚écrivains‘ ‚Schriftsteller‘, aber aus den oben genannten Gründen fügt sich das nicht gut neben ‚Dramatiker‘. Deswegen wäre an sowas wie ‚Roman-Autor‘ zu denken, womit zugleich das Problem umschifft wäre, das sich ergeben hätte, wenn man ‚Romancier‘ gebraucht hätte. Elegant ist ‚Roman-Autor‘ zweifellos nicht, aber sicherlich besser als ‚Dramaturg‘, wenn ‚Dramatiker‘ gemeint ist.

 

 


„Rondo“

7. November 2016

Ob ein paar Glücksgluckser, Fuchtelfinger, Tamtam und Tutu sowie eine Bühnenbühne schon einen guten Theaterabend machen, könnt Ihr auf nachtkritik.de lesen.


Gender Trouble

30. Oktober 2016

img_5191img_5193Bin gestern wieder im Theater gewesen und habe einen Gender Trouble der etwas anderen Art gesehen. Auf nachtkritik.de habe ich drüber geschrieben.


Staatsoper Unter den Linden

20. September 2016

Als noch um den Wiederaufbau des Berliner Schlosses gestritten wurde, erinnerten die Befürworter einer vollständigen Rekonstruktion gerne daran, dass Unter den Linden bereits einige komplett wiederaufgebaute Gebäude stünden – neben der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Alten Wache insbesondere die Staatsoper, ehedem Königliche Oper Unter den Linden. Sie war, gut hundert Jahre alt, 1843 bis auf ihre Grundmauern abgebrannt und wurde anschließend innerhalb von vier Jahren wieder komplett an gleicher Stelle nachgebaut.

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In meinem Arbeitszimmer hängt ein kolorierter Kupferstich aus dem 19. Jahrhundert, der den Blick Richtung Schloss freigibt. Am linken Rand sieht man die Fassade der Staatsbibliothek, am rechten das Reiter-Standbild Friedrichs II. Das eigentliche Zentrum des Bildes aber ist die Staatsoper, das Schloss verschwindet dahinter blass, seine Kuppel löst sich fast schon im hellblauen Himmel auf, der das Bild ganz eigentümlich verwaschen überwölbt.

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Bis heute erinnert mich das Bild an die Debatte um den Wiederaufbau des Schlosses. Wenn man sich das Bild anschaut, bekommt man eine Ahnung vom historischen Gesamtensemble Unter den Linden und begreift, was gegen eine Lücke hinter der Oper sprach; der Linden-Boulevard hätte eigentümlich offen gewirkt. Das war auch ein Argument der Befürworter des Schlosses. Doch so ganz stimmt das nicht. Denn zumindest in meinem Bild ist die Oper das Zentrum, nicht das Schloss. Das mag erklären, warum sich der preußische König 1843 entschied, die Oper wieder aufzubauen. Sie ist sehr markant und verkündet den musenfreundlichen Anspruch des preußischen Staats.

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Gleichzeitig aber führt eben dieser Blick noch ein Zweites vor, das dem Opernbesucher immer sogleich klar ist und das sich in der Architektur des Portikus mit ihren seitlichen Treppenaufgängen niedergeschlagen hat: Notgedrungen nähert man sich der Staatsoper von der Seite, entlang der Linden. Das irritiert mich immer wieder (auch wenn ich zugeben muss, dass ich das Opernhaus vor seiner renovierungsbedingten Schließung nicht oft besucht habe). Anders als bei anderen Musentempeln kann man sich der Oper nicht frontal nähern. Die Linden sind hier sogar durch den gegenüberliegenden Ostflügel der Humboldt-Universität verhältnismäßig eng. Ein gezielter, den Zuschauer quasi zu einem säkularen Kunstgottesdienst einladender Gang direkt auf das Gebäude zu ist bei der Staatsoper anders als beim nur wenige Meter entfernten Alten Museum, dem der Lustgarten vorgelagert ist, oder beim ehemaligen Schauspielhaus, dem heutigen Konzerthaus am Gendarmenmarkt, nicht möglich.

Der Stich in meinem Arbeitszimmer vermittelt den Eindruck eines uneingeschränkten Bekenntnisses zur Kunst in Preußen, die Orientierung des Portikus parallel zum Boulevard lässt daran hingegen Zweifel aufkommen. Kein frontales Zuschreiten auf das Haus, sondern praktisches Vorfahren, um in ihm zu verschwinden. Der Blick entlang der Linden und zumal auf die Oper führt das Bekenntnis zur Fassade vor. Der Neubau des Schlosses hat dieses Bekenntnis in sein historisches Recht gesetzt.

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