War gestern im Theater und habe eine neue dramatische Gattung kennengelernt, die Tapetentragödie. Was das ist, könnt ihr auf nachtkritik lesen.
Schon wieder Theater
12. September 2015War gestern schon wieder im Theater bzw. stand am Ende davor und sah zwei Astronauten, hinter denen getanzt wurde. Einen Schnappschuss konnte ich davon auch machen.
Was sonst noch zu sehen war (sehr viel!), habe ich bei nachtkritik geschrieben.
Die Ereignisse
5. September 2015Die Spielzeit hat begonnen und ich bin auch gleich mal wieder los. Gestern war ich in Münster und habe da von David Greig Die Ereignisse gesehen. Ob’s ein Ereignis war, könnte Ihr auf nachtkritik.de lesen.
Leseliste Juni
3. Juli 20154.6.2015 Gotthold Ephraim Lessing: Lessings Werke. 6 Teile. Hg. v. Julius Petersen in Verbindung mit F. Budde, W. Oehlke, W. Olshausen, W. Riezler, E. Stemplinger. Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart o.J. (1907/08). Habe natürlich nicht die gesamte Ausgabe durchgelesen, sondern mich grundlegend mit der Konzeption der Ausgabe, ihren Überlegungen zur Textkritik und ihren Kommentierungsverfahren befasst. Benötigte ich für einen Vortrag, den ich jüngst am ZfL in Berlin gehalten habe.
6.6.2015 SpielRäume. Theaterstücke für junge Leute. erarbeitet von Gabriela Paule. Braunschweig 2010. Begonnen am 1.4.2015, nutze ich in meinem Seminar zur Jugenddramatik. Gibt einen guten Einblick in das Genre.
17.6.2015 Maja Haderlap: langer transit. Gedichte. Göttingen 2014. Hatte vor ein paar Woche die Lesung von Haderlap in Gießen besucht. Tolle Leserin. Auch hat mich beeindruckt, wie sie über Ihre Gedichte sprach. Der Eindruck des Buches ist etwas gemischter. Insbesondere die autopoetischen Gedicht sind sehr überzeugend, die stärker narrativen Gedichte zu ihrer Heimat sagen mir (mutmaßlich mangels Kenntnis) weniger.
25.6.2015 Ernst Wendt: Moderne Dramaturgie: Bond und Genet; Beckett und Heiner Müller; Ionesco und Handke; Pinter und Kroetz; Weiss und Gatti. Frankfurt/M. 1974. Sehr gute Bilanz der Dramatik in den ersten 25 Jahren nach dem zweiten Weltkrieg vom Mitbegründer von Theater heute, der später dann ein erfolgreicher Dramaturg und Regisseur war. Habe ich für einen Abend, den ich Ende Juni in Berlin mitveranstaltet habe, gelesen.
Insgesamt dominiert das Schreiben derzeit das Lesen. Auch nicht schlecht.
Leseliste Mai
1. Juni 20157.5.2015 Morton Rhue: Ich knall euch ab. Ravensburg 2002. Begonnen am 6.5. Jugendroman mit interessanter Herausgeberfiktion. Habe ich für mein Seminar zur Jugenddramatik gelesen, in dem wir uns mit der Dramatisierung des Romans auseinandersetzen.
8.5.2015 Literarischer Monat. Das kleine Magazin für grosse Literatur. Ausgabe 20 (April 2015). Begonnen am 16.4. Das feine Schweizer Literaturmagazin überzeugt mich immer wieder. Tolle Hintergrundberichte, gute Rezensionen und ein sprachliches Niveau, das man in der deutschen Literaturkritik nur selten anfindet. Schade, dass es sowas nicht auch für Deutschland gibt.
13.5.2015 Peter O. Chotjewitz: Ulmer Brettspiele. Gedichte. Stierstadt 1969. Gekauft im November, aber jetzt erst gelesen. Spielerische Gedichte, manchmal mit provokantem Unterton. Sehr schönes Buch mit Graphiken von P. Wolfram.
28.5.2015 Franziska Schößler: Einführung in die Gender Studies. Berlin 2008. Habe ich vor ca. zwei Monaten gekauft und nun durchgearbeitet. Bin auf der Suche nach einigen Ansätze, die eine Verbindung zwischen Interkulturalität und Gender Studies erlauben. Schößlers Buch war dafür sehr anregend.
Weichzielverlustzirkus
23. Mai 2015Falls Ihr wissen wollt, was sich hinter diesem Wort verbrigt, müsst ihr nachtkritik.de besuchen.
Leseliste Februar
1. März 20158.2.2015 Botho Strauß: Herkunft. München 2014. Begonnen am 7.2. „‚Sprachgitter‘, dahinter gefangen seither und nie wieder in Freiheit gelangt.“ (S. 78) Strauß‘ schmale, keine hundert Seiten lange Reflexion eben über Herkunft ist sowohl Autobiographie in Gestalt von Rückblicken angesichts der Auflösung der elterlichen Wohnung als auch Erzählung eines Ich im Jahr 1990, da der Vater eben verstorben ist. Es ist ein Buch mit Sentenzen und Erörterungen, wie man sie von Strauß kennt. Das Buch bietet die bekannten stillen Überraschungen, die seine Literatur so herausragend machen. „Ich bin Deutscher: aufgewachsen mit Grimms Märchen und Elvis Presley, Karl May und General Eisenhower, Wagner und James Dean. Woher soll ich meinen Realismus nehmen?“ (S. 66)
14.2.2015 Ernst Jünger: Das Abenteuerliche Herz. Erste Fassung: Aufzeichnung bei Tag und Nacht. Stuttgart 2013. Begonnen am 9.2. Jüngers radikale Sammlung von Erlebnisschilderungen, Reflexionen und Träumen fasziniert mich immer wieder. Habe sie zum dritten Mal gelesen und werde mich gleich auch an die zweite Fassung machen.
18.2.2015 Ulrike Haß: Militante Pastorale. Zur Literatur der antimodernen Bewegung im frühen 20. Jahrhundert. München 1993. Begonnen am 14.2., hatte ich vor rund 10 Jahren schon mal gelesen. Verstehe bis heute nicht, warum die Studie in der Forschung zur Literatur dieser Zeit derart selten rezipiert wird. Hatte mir von dem Buch einen Hinweis erhofft, wie man Jüngers Das Abenteuerliche Herz vor dem Hintergrund der Antimoderne begreifen kann. Bisher keine schlüssige Antwort. Auch nicht in den anderen konsultierten Werken zu diesem Kontext wie Lethens Verhaltenslehren der Kälte.
20.2.2015 John von Düffel: KL. Gespräch über die Unsterblichkeit. Köln 2015. Ein erzählter Dialog mit dem Pariser Modeschöpfer KL. Pflichtlektüre für mich, weil ich derzeit ein Arbeitbuch über JvD vorbereite. John hat mir das Buch dankenswerterweise gleich zukommen lassen.
22.2.2015 Ernst Jünger: Das Abenteuerliche Herz. Zweite Fassung. Figuren und Capriccios. München 1979. Begonnen am 18.2. Jüngers radikale Umarbeitung von Erlebnisschilderungen, Reflexionen und Träumen hin zu einem literarischen Kosmos der Bezüge und Assoziationen beeindruckt mich – gerade im Vergleich – immer wieder. Habe auch dies Buch zum dritten Mal gelesen.
27.2.2015 Johannes Herber: Almost Heaven. Mein Leben als Basketball-Profi. Berlin 2014. Begonnen am 24.2. Hatte ich kurz nach dem Erscheinen schon einmal gelesen. Nun werde ich am 4.3. Herbers Lesung in Gießen moderieren. Zur Vorbereitung habe ich das Buch noch mal gelesen und das war wie bei jedem guten Buch wieder eine große Freude.
Bilderflut
15. September 2014Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei – als ich letztens einem biederen Bekannten erzählte, dass ich demnächst ein Stück mit diesem Titel sehe, sah er mich fassungslos an. Vermutlich hätte ihm der Theaterabend gestern auch deswegen nicht gefallen, weil In Osnabrück in Heiner Müllers Stück Gundling seinen Jacob Paul herausholt und mit ihm spielt. Eine solche Szene erfüllt für schlichte Gemüter genau das Vorurteil, das sie gegenüber zeitgenössischem Theater pflegen. Dabei war es nur ein Bild, das sich wunderbar in einen tollen Theaterabend mit großen Bildern einfügte. Wie, das beschreibe ich auf nachtkritik.
Veröffentlicht von kai bremer 