Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei – als ich letztens einem biederen Bekannten erzählte, dass ich demnächst ein Stück mit diesem Titel sehe, sah er mich fassungslos an. Vermutlich hätte ihm der Theaterabend gestern auch deswegen nicht gefallen, weil In Osnabrück in Heiner Müllers Stück Gundling seinen Jacob Paul herausholt und mit ihm spielt. Eine solche Szene erfüllt für schlichte Gemüter genau das Vorurteil, das sie gegenüber zeitgenössischem Theater pflegen. Dabei war es nur ein Bild, das sich wunderbar in einen tollen Theaterabend mit großen Bildern einfügte. Wie, das beschreibe ich auf nachtkritik.
Laubpuster
1. September 2014Nach einem ausgefallenen Sommer wie diesem ist es Zeit, sich für den Herbst zu rüsten. Also wird es allüberall demnächst wieder den Laubpuster-Terror geben. Gestern gab es davon schon mal einen Vorgeschmack im Theater Bielefeld.
Erinnerungen
28. Juli 2014Habe endlich einen Rückblick auf eine Lesung und ein paar Gedanken zu Moritz Rinkes Erinnerungen an die Gegenwart niederschreiben können, die das Literarische Zentrum Gießen dankenswerterweise im Blog und als PDF publiziert hat.
Lektüre und Ereignis
18. März 2014Auf nachtkritik.de befasse ich mich mit einem Buch von Anna Häusler, das Ereignisse in den Arbeiten von Schleef und Goetz untersucht. Dirk Pilz ergänzt den Artikel gleich noch wunderbar durch eine gute erste Übersicht über die jüngere Ereignis-Forschung. Wer also nach dem Ereignis Leipziger Buchmesse noch nicht genug Lektüre hat, mag sich angesprochen fühlen.
Realismus
17. Februar 2014
Wie Ihr sehen könnt, war ich gestern mal wieder im Theater. Im U2, der kleinsten Bühne vom Theater Münster, gab es drei Einakter von Tennessee Williams. Wie’s war, lest Ihr auf Nachtkritik.
Willkommen in der Pathologie!
26. Januar 2014Was ein allegorisches Schauermärchen zum All-Age-Drama macht, lest Ihr auf nachtkritik.
Erbsenzähler
3. Januar 2014Im Juni habe ich auf nachtkritik.de einen Hinweis auf die Shakespeare-Ausgabe von Frank-Patrick Steckel im Laugwitz-Verlag publiziert. Im November ist der neuste Band der Ausgabe erschienen, Anthony and Cleopatra. Uwe Laugwitz, der Verlagsleiter, hat mir ein Exemplar zugeschickt, nachdem wir uns im Sommer kurz über einige Formulierungen in meiner Kritik ausgetauscht haben.
Ich hatte damals den sensiblen Umgang mit der Vorlage gelobt, die gleichwohl nicht nur was für Editionsfreaks wie den kleinen Philologen ist, sondern vor allem und besonders etwas für Leser ist, die Spaß an Shakespeare haben oder auch künstlerisch mit ihm arbeiten möchten. Aus meiner Sicht waren einige Formulierungen im Nachwort zur Editionspraxis etwas missverständlich, was ich in der Kritik angedeutet habe. Das hatte ich vor allem getan, um die so begrüßenswerte Ausgabe gegen editionsphilologische „Erbsenzähler“ (so seinerzeit meine Formulierung) in Schutz zu nehmen. In Steckels jetzt vorliegender Neuübersetzung von Anthony and Cleopatra präzisiert Laugwitz das Wiedergabeprinzip, so dass da wohl nichts mehr zu befürchten ist. Zudem nimmt er sich nun die „stilometrischen Erbsenzähler“ in der Shakespeare-Forschung vor (vgl. Uwe Laugwitz: Nachwort, in: William Shakespeare: The Tragedy of Anthony and Cleopatra / Antonius und Cleopatra. Übers. v. Frank-Patrick Steckel. Buchholz: Laugwitz 2013, S. 279-286, das Zitat S. 281).
Er kann im Rückgriff auf die Forschung wahrscheinlich machen, dass „der Setzer im Falle von Anthonie and Cleopatra nicht immer sorgfältig gearbeitet hat“ (ebd.). Wenn dem so ist, bleibe, so Laugwitz, letztlich nur die Möglichkeit, das Stück bei Überlegungen zu Shakespeares Stil und Metrik nicht zu berücksichtigen. Derart betrachtet, erledigen die Erbsenzähler nicht nur eine ganz und gar überflüssige Arbeit – sie zählen außerdem etwas, von dem sie zwar annehmen, dass es Erbsen sind. Aber vermutlich ist dem gar nicht so. Mit Shakespeare-Philologie hat deren Kritelei an Stil und Metrik nichts zu tun. Zumindest dann nicht, wenn man Philologie als Liebe zum Wort und am Sprechen begreift. Wie sagt Antonius zu Cleopatra in I,1 doch so treffend: „There’s beggery in the loue that can be reckon’d“.
Veröffentlicht von kai bremer 
