Werk- oder Spielzeug?

IMG_1703Vor einem Monat ist Moleskine an die Börse gegangen – offenbar sehr erfolgreich. Das gönnt der kleine Philologe dem Unternehmen natürlich ungemein. Schließlich sind die schwarzen Notizhefte auf vielen Tagungen und während verschiedener Bibliotheksreisen sein treuer Begleiter gewesen. Noch heute werden die Büchlein mit Exzerpten (samt eingelegter Leihzettel) im Bücherregal aufbewahrt.

Gleichzeitig erfüllt die Nachricht mit Scham. Denn seit einem Monat bin ich dem ‚kleinen Schwarzen‘ untreu. Ich habe mir ein neues Schreibwerkzeug gekauft, von dem ich allerdings noch nicht weiß, ob es sich durchsetzen wird. Schreibtechnisch befinde ich mich nämlich derzeit in einer Experimentierphase. Das ist den vielen Möglichkeiten des SchreibensIMG_1705 geschuldet, die gegenwärtig existieren und entwickelt werden. Jetzt auf den Zug aufzuspringen, ist natürlich gefährlich. Kein Mensch kann einschätzen, welche Verfahren und Techniken sich letztlich durchsetzen. Gleichwohl ist es verlockend, schon jetzt mitzutun. Immerhin bietet sich endlich die Chance, Notizen so anzulegen, dass sie wirklich gut wiedergefunden werden können und eigentlich immer zugänglich sind. Da haben analoge Aufzeichnungstechniken deutliche Schwächen.

Nun müssen die Leser dieser Zeilen natürlich nicht befürchten, dass hier in den kommenden Wochen mehr oder minder überzeugende Bildchen oder vermeintlich wichtige handschriftliche Notizen gepostet werden, die sich in meinem digitalen Notizbüchlein finden.

Meine Notizen, seite 2

Mit dem Schriftbild bin ich nämlich gar nicht zufrieden. Das Schreiben mit dem Stift mit seiner weichen Gummi-Oberfläche auf dem glatten Touchscreen ist fast komplett widerstandsfrei, so dass man sehr langsam und konzentriert schreiben muss, damit es einigermaßen leserlich bleibt. Für Notizen während einer Tagung oder gar bei Theaterkritiken bietet sich das Gerät nicht an – Moleskine muss also nicht befürchten, dass die Kurse einbrechen.

Aber bei der Korrektur von Hausarbeiten und von Fahnen eines Aufsatzes hat mir der Stift schon tolle Dienste geleistet. Natürlich sitzt man nicht in der Frühlingssonne und denkt sich: „Mensch, jetzt könnt‘ ich mal wieder eine Hausarbeit korrigieren.“ Aber ich muss mir zum Beispiel nicht überlegen, ob ich Hausarbeiten mit nach Hause nehme oder nicht. Sie sind einfach zur Hand, wenn es sich anbietet. Besonders angenehm ist das Arbeiten mit einem solchen Schreibgerät, wenn es um Notizen ’nebenbei‘ oder ‚unterwegs‘ geht – etwa bei der Korrektur einer Fahne, bei der nur noch geschaut werden muss, ob wirklich alles erledigt ist. Und wenn das nicht der Fall ist, dann gibt’s halt noch ein paar kleine Krickeleien an den Rand und die Sache ist erledigt – zumindest für mich.

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