Zusammenspiel

Am Samstag hat sich wirklich schön meine Beschäftigung mit der frühneuzeitlichen Dramatik mit meiner Theaterliebe verbunden. Zusammen mit einigen Kolleginnen und Kollegen habe ich Freitag und Samstag eine Tagung über "Spielräume des Affektiven in der Frühen Neuzeit" veranstaltet. Samstagmorgen habe ich über Gryphius' Übersetzung von Vondels Gebroeders gesprochen und u.a. zu zeigen versucht, wie in dem Stück Rachegefühle durch den Fürsten kanalisiert, aber nicht etwa unterdrückt werden, und welche Rolle Geschlechterkonnotationen für die Bewertung der Affekte haben. In der Diskussion wurde das u.a. auch in den Kontext des Trauerns und der Todesbewusstheit des 17. Jahrhunderts gestellt – ein Motiv, das natürlich in dieser Dramatik immer präsent ist. Stichwort: Ursprung des deutschen Trauerspiels.
Abends habe ich mir dann für nachtkritik.de den Stream der Inszenierung von Madame Nielsens Roman Der endlose Sommer am Schauspiel Köln angeschaut. Regisseurin Lucia Bihler hat hier in einer gewaltigen Bilderflut die barocke Liebe zum Theater, aber ebenso Motive wie das memento mori auf faszinierende Weise aufgenommen, so dass am Abend meine Überlegungen vom Morgen eine anregende Fort- und Weiterführung erfahren haben.    

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