Leseliste Juli

1. August 2015

3.7.2015 Heinrich von Kleist: Hinterlassene Schriften. Hg. v. Ludwig Tieck. Berlin 1821. Hatte ich schon mal für meine Reclam-Ausgabe der Herrmannsschlacht durchgearbeitet. Jetzt erneut für einen Vortrag, den ich am 15.7. in Gießen gehalten habe. Ergänzend dazu habe ich in diesen Tagen auch längere Blicke in die beiden anderen Kleist-Ausgaben, die Tieck besorgt hat (Gesammelte Schriften, 1826, und Ausgewählte Schriften, 1846/47), geworfen.

10.7.2015 Roger Paulin: Ludwig Tieck. Stuttgart 1987. Habe ich für einen Vortrag durchgearbeitet, den ich am 15.7. in Gießen gehalten habe.

12.7.2015 Marek Zybura: Ludwig Tieck als Übersetzer und Herausgeber. Zur frühromantischen Idee einer „deutschen Weltliteratur“. Heidelberg 1994. Habe ich für einen Vortrag durchgearbeitet, den ich am 15.7. in Gießen gehalten habe.

13.7.2015 Claudia Stockinger, Stefan Scherer: Ludwig Tieck. Leben – Werk – Wirkung. Berlin 2011. Habe ich für einen Vortrag durchgearbeitet, den ich am 15.7. in Gießen gehalten habe.

13.7.2015 Steffen Martus. Werkpolitik. Zur Literaturgeschichte kritischer Kommunikation vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Berlin 2007. Habe ich für einen Vortrag durchgearbeitet, den ich am 15.7. in Gießen gehalten habe.

23.7.2015 Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 2/2015 (62. Jg.). Themenheft Plagiat. Hg. v. Mark-Georg Dehrmann, Heinrich Kaulen. Interssante historische und aktuelle Einführungen in dieses derzeit so wichtige Thema. Was mich immer wieder nur nervt, ist, wie eng das Thema ‚Selbstplagiat‘ verhandelt wird. In dem Heft werden die urheberrechtlichen Fragen dazu hervorragend aufgearbeitet. Anders sieht es mit der unterschwelligen Ächtung dieses Themas aus. Die ist meines Erachtens in den meisten öffentlichen Äußerungen derart unterkomplex und unpragmatisch, dass ich immer wieder nur den Kopf schütteln kann. Man spiele die fixe Idee des Selbstplagiats z.B. mal an der Architektur Mies van der Rohes durch.
Sehr gut in dem Heft übrigens der Artikel von Iris Winkler zur Erwartungshaltung von Lehramtsstudenten an das Deutsch-Studium: „Im Übrigen sind sie der Auffassung, dass man Schubkarre-Schieben am besten durch Schubkarre-Schieben lernt.“ (S. 199)

24.7.2015 Trajekte 28 (April 2014). Das immer wieder wunderschöne Heft des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung. Diese Ausgabe mit einem stadtgeschichtlichen Schwerpunkt zum alten Zeitungs- und Verlagszentrum Berlins (rund um die Schützenstraße, wo das ZfL seit einigen Jahren beheimatet ist).


Leseliste Juni

3. Juli 2015

4.6.2015 Gotthold Ephraim Lessing: Lessings Werke. 6 Teile. Hg. v. Julius Petersen in Verbindung mit F. Budde, W. Oehlke, W. Olshausen, W. Riezler, E. Stemplinger. Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart o.J. (1907/08). Habe natürlich nicht die gesamte Ausgabe durchgelesen, sondern mich grundlegend mit der Konzeption der Ausgabe, ihren Überlegungen zur Textkritik und ihren Kommentierungsverfahren befasst. Benötigte ich für einen Vortrag, den ich jüngst am ZfL in Berlin gehalten habe.

6.6.2015 SpielRäume. Theaterstücke für junge Leute. erarbeitet von Gabriela Paule. Braunschweig 2010. Begonnen am 1.4.2015, nutze ich in meinem Seminar zur Jugenddramatik. Gibt einen guten Einblick in das Genre.

17.6.2015 Maja Haderlap: langer transit. Gedichte. Göttingen 2014. Hatte vor ein paar Woche die Lesung von Haderlap in Gießen besucht. Tolle Leserin. Auch hat mich beeindruckt, wie sie über Ihre Gedichte sprach. Der Eindruck des Buches ist etwas gemischter. Insbesondere die autopoetischen Gedicht sind sehr überzeugend, die stärker narrativen Gedichte zu ihrer Heimat sagen mir (mutmaßlich mangels Kenntnis) weniger.

25.6.2015 Ernst Wendt: Moderne Dramaturgie: Bond und Genet; Beckett und Heiner Müller; Ionesco und Handke; Pinter und Kroetz; Weiss und Gatti. Frankfurt/M. 1974. Sehr gute Bilanz der Dramatik in den ersten 25 Jahren nach dem zweiten Weltkrieg vom Mitbegründer von Theater heute, der später dann ein erfolgreicher Dramaturg und Regisseur war. Habe ich für einen Abend, den ich Ende Juni in Berlin mitveranstaltet habe, gelesen.

Insgesamt dominiert das Schreiben derzeit das Lesen. Auch nicht schlecht.


Leseliste Mai

1. Juni 2015

7.5.2015 Morton Rhue: Ich knall euch ab. Ravensburg 2002. Begonnen am 6.5. Jugendroman mit interessanter Herausgeberfiktion. Habe ich für mein Seminar zur Jugenddramatik gelesen, in dem wir uns mit der Dramatisierung des Romans auseinandersetzen.

8.5.2015 Literarischer Monat. Das kleine Magazin für grosse Literatur. Ausgabe 20 (April 2015). Begonnen am 16.4. Das feine Schweizer Literaturmagazin überzeugt mich immer wieder. Tolle Hintergrundberichte, gute Rezensionen und ein sprachliches Niveau, das man in der deutschen Literaturkritik nur selten anfindet. Schade, dass es sowas nicht auch für Deutschland gibt.

13.5.2015 Peter O. Chotjewitz: Ulmer Brettspiele. Gedichte. Stierstadt 1969. Gekauft im November, aber jetzt erst gelesen. Spielerische Gedichte, manchmal mit provokantem Unterton. Sehr schönes Buch mit Graphiken von P. Wolfram.

28.5.2015 Franziska Schößler: Einführung in die Gender Studies. Berlin 2008. Habe ich vor ca. zwei Monaten gekauft und nun durchgearbeitet. Bin auf der Suche nach einigen Ansätze, die eine Verbindung zwischen Interkulturalität und Gender Studies erlauben. Schößlers Buch war dafür sehr anregend.


Weichzielverlustzirkus

23. Mai 2015

Falls Ihr wissen wollt, was sich hinter diesem Wort verbrigt, müsst ihr nachtkritik.de besuchen.


Leseliste April

4. Mai 2015

1.4.2015 Andreas Kraß (Hg.): Queer Denken. Queer Studies. Frankfurt/M. 2003. Begonnen am 20.3. Habe ich für ein Forschungsvorhaben zum Zusammenhang von Gender und Interkulturalität durchgearbeitet, bin aber nicht richtig fündig geworden.

2.4.2015 Lutz Hübner: Vier Theaterstücke. Berlin 2005. Begonnen am 28.3. Gelesen für mein Seminar zur Jugenddramatik. Besonders „Nellie Goodbye“ ist großartig. Bin mir aber nicht sicher, ob es formal in meinen Seminarplan passt.

14.4.2015 Ludwig Tieck (1773-1853). Hg. v. Inst. f. dt. Lit. der HU Berlin. Frankfurt/M. u.a. 2004. Interessanter Sammelband zu Tieck, den ich vor allem wegen eines Aufsatzes von Steffen Martus in die Hand genommen und den ich im Hinblick auf philologiegeschichtliche Fragen durchgearbeitet habe.

22.4.2015 Marc Buhl: Rashída oder Der Lauf zu den Quellen des Nils. Frankfurt/M. 2005. Begonnen Anfang des Jahres. Ein Roman über den Schnellläufer Mensen Ernst, dessen Leben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eindrücklich erzählt wird, ohne der Figur zu huldigen. Nur der Titel hat sich mir nicht erschlossen: Die Geliebte und Titelfigur Raschída ist eigentlich nur eine Episode in Mensens Läuferleben.

27.4.2015 Curt Hohoff: Gegen die Zeit. Theologie. Literatur. Politik. Stuttgart 1970. Wollte eigentlich nur das Interview mit Ernst Jünger darin lesen. Habe mich dann aber in dem Buch festgelesen. Gute Essays u.a. über Nabokov und Weiss. Hohoff ist ein Essayist, der heute zuunrecht weitgehend vergessen ist.

29.4.2015 Leonhard Müntzer. Ein dichtender Kämmerer der Frühen Neuzeit in Amberg. Eine Edition. Hg. v. Manfred Knedlik. Regensburg 2013. Habe ich für das Wiener Frühneuzeit-Info rezensiert. Deswegen hier kein Vorgriff auf das Ergebnis.


Leseliste März

1. April 2015

12.3.2015 Lily Tonger-Erk: Actio. Körper und Geschlecht in der Rhetoriklehre. Berlin/Boston 2012. Begonnen Anfang des Jahres. Habe ich für die Das achtzehnte Jahrhundert rezensiert. Deswegen hier kein Vorgriff auf das Ergebnis.

13.3.2015 perspektive. hefte für zeitgenössische literatur 80/81. Hatten mir die Mitglieder von TexteTotal nach dem Abend zur Beißhemmung im Deutschen Theater zugeschickt. Habe ich jetzt am Tag, nachdem Jan Wagner den Buchpreis bekommen hat, beendet. Das Heft endet mit einer starken Polemik gegen ein Gedicht von Wagner. Nette Fügung.

15.3.2015 Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts. Roman einer Familie. Reinbek bei Hamburg 2011. Begonnen am 1.2.2015, mit dem Roman hatte ich mich vorher schon mal im Rahmen einer wissenschaftlichen Hausarbeit befasst. Erzählanalytisch ganz nett, aber so richtig hat sich mir die Begeisterung für den Roman nicht erschlossen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich seit Ingo Schulzes Simple Storys den Eindruck habe, dass den Romanautoren, die sich dem Thema DDR-Geschichte/Wende widmen, immer nur weitere soziale Konstellationen einfallen, nie aber wirklich spezifische erzählerische Zugriffe.

20.3.2015 Arthur Schnitzler: Der Weg ins Freie. Roman 1908. Frankfurt/M. 1990. Habe ich vor ungefähr einem Jahr auf einem Wühltisch gefunden, gekauft und auch gleich begonnen. Doch habe ich mich in den letzten Jahren durch kein Buch mehr gequält als durch diesen Roman. Bin froh, dass er jetzt ins Bücherregal wandert und nicht mehr neben dem Bett herumlungert.

27.3.2015 Lutz Hübner: Das Herz eines Boxers. Ein Jugendtheaterstück. Texte und Materialien. Stuttgart, Leipzig 2009. Heute begonnen. Zur Vorbereitung eines Seminars zur Jugenddramatik gelesen. Kommt in die engere Auswahl für den Seminarplan.

29.3.2015 Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend. München 2013. Hatte ich mir nach dem Nobelpreis für Modiano besorgt, weil ich noch nie was von ihm gelesen habe. Erinnerungen an das Paris der 60er Jahre, von dem ich offenbar so gut wie nichts weiß. Ähnlich wie Rezas Glücklich die Glücklichen aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man schon mal die Orientierung verliert. Aber nicht lapidar und ironisch wie Reza, sondern ruhig und melancholisch.

30.3.2015 Michael Eskin, Karen Leeder, Christopher Young (Eds.): Durs Grünbein. A Companion. Berlin/Boston 2013. Begonnen am 13.3. Habe ich für Arbitrium rezensiert. Deswegen hier kein Vorgriff auf das Ergebnis.


Leseblüten

16. März 2015

Mir wurde eben per Mail angeboten, dass ich hier auf „ein kostenloses E-Book zum Thema Blumenversand mit umfassenden Informationen zum Download“ hinweisen könne. „Bei den Recherchen für das E-Book“ sei die Absenderin „unter anderem“ auf meine „Webseite gestoßen“. Ja, was macht man denn mit sowas? Scheinen sehr weitgehende Recherchen gewesen zu sein. Ich überlegte erst, ob die Anfrage zustande kam, weil ich vorhin was von @arte_fakt über ihren Blumenhändler retweetet habe, wie rechts zu sehen ist. Der Tweet war natürlich super (wie alles von @arte_fakt, also auf jeden Fall folgen, wenn ihr auf Twitter seid). Aber mit Blumenversand hat das auch nur bedingt zu tun. Das war’s also nicht.

Der Grund kann daher nur sein, dass mein Blog nicht zuletzt ein super Florilegium ist und dass das der Anbieterin deutlich vor Augen stand. Ich werde jetzt mal das Buch runterladen und nachschauen, was da so über den Versand von Leseblüten zu finden ist. Ihr dürft gespannt sein.


Vom Vermeiden von Debatten

12. März 2015

Hennig Ritter meint in seinen hier vor längerer Zeit oft erwähnten Notizheften (Berlin 2010, S. 283) unvermittelt und ohne weiteren Bezug: „Man soll sich in der Öffentlichkeit so äußern, daß keinesfalls eine Debatte entsteht.“ Sonst haben mir seine Überlegungen immer sehr eingeleuchtet, hier aber kann ich ihm einfach nicht folgen. Meint er wirklich, dass man öffentliche Auseinandersetzungen vermeiden soll? Hatte er ein für Zeitungsmenschen ganz untypisches Verständnis von öffentlicher Kommunikationskultur?

Im Unterschied zu Ritter dachte ich bisher immer, dass der Beginn einer Debatte in der Öffentlichkeit etwas Gutes hat. Dann aber wurde mir deutlich, dass mein Vertrauen in die Debatte natürlich auch jeder Talkshow-Macher unterstreichen würde. Ist also doch was dran an Ritters Gedanken?