Bibliothekswandeln

6. November 2010

Während des Studiums bin ich samstags nach dem Frühstück gerne in die Bibliothek gefahren (die SUB in Göttingen, damals war der Neubau gerade so alt, dass die Kinderkrankheiten durch waren – also eine faktisch perfekte Bibliothek). Nachdem ich ein paar Dinge nachgeschlagen hatte, bin ich dann gerne durch die Gänge gegangen und habe Bücher und vor allem Fachzeitschriften ganz unterschiedlicher Diziplinen in die Hand genommen, von denen ich vorher noch nie gehört habe. Das war manchmal frustrierend, weil man merkte, wie wenig man kennt und weiß. Aber es war auch unheimlich spannend – eine banale wie überraschende Weise, ganz unterschiedliche Bücher kennenzulernen. Gegen 15:30 bin ich dann in eine der nahe liegenden Kneipen gegangen, Premiere gucken.

In der letzten Ausgabe von „Forschung und Lehre“ in der FAZ (3.11.2010, Nr. 256, S. N5) hat Thomas Ewald beklagt, dass niemand mehr durch die Bibliotheken schlendere und in ihren Beständen stöbere. Das liege auch daran, dass die Bibliotheken immer nutzerfreundlicher würden und die Wege zum Buch, angefangen mit der Recherche, immer kürzer. Der Zufallstreffer werde minimiert.

Das ist natürlich naiv. Zunächst wird faktisch der Zufall bei der Recherche meistens nicht reduziert, weil viele Bibliotheksbenutzer die Filter nicht präzise genug bzw. schlicht falsch einstellen. Und wer ein Buch sucht, der möchte es in der Regel auch lesen und zwar mit möglichst wenig Aufwand. Wenn also im kommenden Jahr tatsächlich einige Bibliotheken die RFID-Technik einsetzen, um den Nutzer direkt zum Buch zu navigieren, dann ist das doch eine sehr kluge Sache, finde ich.

Wie oft ist ein Buch schlicht verstellt? Wie oft habe ich schon in einer fremden Bibliothek gestanden und wollte nur ganz schnell etwas nachschlagen? Nun wird man tatsächlich nicht mehr genötigt, die Regalmeter abzugehen, die gar nicht interessieren, sondern findet gleich das Objekt seiner Wissensbegierde.

Den Glücklichen, die die Zeit zum Stöbern weiterhin haben und die sich gerne vom bibliothekarisch organisierten Prinzip Zufall lenken lassen, die müssen ja nicht auf die RFID-Navis zurückgreifen. Beim Autofahren gibt’s ja auch keine Navi-Pflicht. Und wenn ich meine Sonntagserfahrungen hochrechne, gibt es immer noch sehr viele Menschen, die beispielsweise am Tag des Herrn völlig unmotiviert durch die Gegend schleichen und den Ausblick in die Herbstlandschaft genießen. Da werden sich von Zeit zu Zeit gewiss auch ein paar Bibliothekswandler finden.


Gelehrtenrepublik heute

8. Oktober 2010

Wenn ich irgendwo das Wörtchen ‚gelehrt‘ sehe, dann freue ich mich immer und denke: Hey, da ist ein Verwandter im Geiste. Von ‚gelehrt‘ spricht schließlich kein Mensch mehr. Nur noch irgendwelche seltsamen ‚Frühneuzeitler‘ wie der Verfasser dieser Zeilen, der seine Studenten von Zeit zu Zeit mit Texten nervt, die eigentlich kein Mensch mehr liest. Dass niemand (bzw. eben kaum jemand) von ‚gelehrt‘ spricht, ist auch ganz plausibel, weil die, die das Wort verwenden, damit in der Regel einen Bildungsstand markieren, den es in dieser Weise nicht mehr gibt: nämlich die Gelehrten der Frühen Neuzeit und der Aufklärung.

Dass diesen Gelehrten bis heute so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, liegt unter anderem daran, dass sie eine eigene, quasi virtuelle Republik hatten, die Gelehrtenrepublik (république des lettres bzw. res publica litteraria), in der eigene Gesetze und Modi des vergleichsweise freien Meinungsaustauschs herrschten, während in den realen Staaten noch Könige und Kirchenleute regierten, die nicht gerade freundlich auf Meinungspluralismus reagierten. Dieser vergleichsweise liberale Umgang miteinander ist der politische Grund für das Interesse an dieser Republik. Viele sehen in der Gelehrtenrepublik eine Art Vorläufer des bzw. Vorbild für den Republikanismus.

In der Aufklärung etwa haben sich bekennende Republikaner schon früh für den freien Zugang zur Bildung eingesetzt. Der wie immer kluge Robert Darnton hat daran jetzt erinnert, und ich muss schon gestehen, dass ich ein wenig neidisch bin, auf was für weise Staatsgründer die Amerikaner zurückblicken können. Darnton verbindet seine Hinweise auf Jefferson und Franklin mit Überlegungen für eine nationale digitale Bibliothek und er schließt pathetisch:

By creating a National Digital Library, we can make our fellow citizens active members of an international Republic of Letters, and we can strengthen the bonds of citizenship at home. We can find the money and the skill, but can we find the will?

Klingt toll, oder? Ich bin bei so viel Bildungsoptimismus immer ganz angetan. Da weiß man endlich mal wieder, für welche Programme es sich zu engagieren lohnt. Über den Aspekt der Bürgerbildung habe ich beispielsweise bei den ganzen Debatten um Open Access noch gar nicht nachgedacht und dem ersten Eindruck nach, muss ich Darnton da voll und ganz zustimmen.

Nur frage ich mich gleichzeitig, was seine Mitbürger zu so einem Programm wohl sagen würden, wenn man es ihnen zum Beispiel beim Einkaufsbummel in der Innenstadt vorstellen würde – man wünscht sich ja ein emphatisches „awesome“. Aber vorstellen kann man sich das nicht.


Ich, Rainer Franz Freud

4. Oktober 2010

Wohl jeder, der regelmäßig schreibt, kennt diesen Effekt: Man liest seine Texte nach einiger Zeit, stellt fest, dass man immer wieder zu den gleichen Wendungen greift und einfältig die immer gleichen Satzkonstruktionen pflegt, obwohl es so viele andere und (im Moment der Selbstkritik) viel schönere gibt. Der eigene Text wirkt auf einmal einfältig und monoton – insbesondere im Vergleich zu dem Buch, das man gerade liest, oder zu dem Seite-3-Artikel, den man am letzten Samstag gelesen hat.

Nur wenige haben das Glück, einen eigenen Stil auszubilden, ganz wenige , dann auch noch das Glück, anderen Lesern zu gefallen. Manche versuchen sich dieses Glück zu erarbeiten, indem sie dem Stil von anderen nacheifern. Thomas Mann ist bemerkenswerterweise immer noch so ein Vorbild … Wer einen solchen (meist unerreichbaren) Gradmesser nicht hat und trotzdem wissen will, wessen Stil er pflegt, der kann das jetzt ganz und gar objektiv testen.

So ein Stil-Test ist eine lustige Sache. Ich habe mal drei Texte aus diesem blog eingegeben und pflege demnach mal den Rilke-, mal den Freud- und mal den Kafka-Stil. Nun wollte ich natürlich auch wissen, wie zuverlässig dieser Test ist. Alle eingegebenen Goethe-Texte waren laut Test auch von Goethe. Soweit so gut. Dummerweise sind aber auch die von Schiller und Kleist im Goethe-Stil. Eine arg kluge Stilanalyse-Maschine zu überlisten, macht dem kleinen Philologen natürlich diebisch Spaß. Aber im Grunde geht es den Programmierern ja nicht darum, meinen Stil zu analysieren, sondern mir virtuell mein ego aufzumöbeln. Ich darf mich also zufrieden zurücklehnen und sagen: Ich, Rainer Franz Freud. Tolle Sache!


Werbung zum Wochenende

2. Oktober 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

gewiss werden auch Sie langsam unruhig: Das Weihnachtsfest naht unaufhaltsam. Schon seit drei Wochen gibt es bei Aldi wieder Weihnachtsgebäck und Marzipankartoffeln und Sie haben immer noch keine Geschenke für Ihre Liebsten. Nun – zu Ostern da war’s noch leicht. Erstens schenkt man da nicht so viel und zweitens gab es im Frühjahr eigentlich nur ein Geschenk: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel von Moritz Rinke. Doch was soll man jetzt noch schenken, wo doch alle schon den Roman haben? Hier unsere Antwort: Das Buch zum Roman. Und zu vielen unvergessenen Theaterabenden. Und über einen großartigen Reportagen-Autor und Essayisten. Und über einen Kino-Film, und, und, und …

Noch Fragen? Am Besten gleich mal schauen (hier), ob das nicht was für Sie ist!


Unbedingte Universität III

21. September 2010

In der an dieser Stelle schon wiederholt erwähnten Reihe Unbedingte Universität des Diaphanes-Verlags ist auch ein Heftchen mit dem Titel Jenseits der Exzellenz. Eine kleine Morphologie der Welt-Universität von Jan Masschelein und Maarten Simons erschienen. Das Buch bietet in der ersten Hälfte eine präzise Analyse der dominierenden politischen Diskurse, namentlich der EU-Leitlinien für die Hochschulpolitik. Diese Analyse zeigt detailliert, wie sehr Bologna einen Bruch mit der europäischen Bildungstradition markiert.

Doch deutet schon dieses knappe Zusammenfassung auch die Kritik an, die man gegen das Büchlein vorbringen kann. Es ist nämlich schlichtweg undifferenziert und teilweise auch naiv. Zunächst ist es natürlich purer Eurozentrismus, wenn man EU-Verlautbarungen untersucht und im Titel von der Morphologie der Welt-Universität spricht.

Dann wird man selbstverständlich ‚dem‘ europäischen Bildungssystem nicht gerecht, wenn es nicht differenziert wird. Es gibt schließlich ganz unterschiedliche Universitätssysteme, die auf zwei grundlegend differente zurückgehen – nämlich auf das humanistisch-lutherische und das humanistisch-jesuitische Bildungsprogramm, das dann in der Frühen Neuzeit vielfach ausdifferenziert wurde.  Bildungstheoretiker – zumal wenn sie in Belgien forschen, das gewissermaßen an der Nahtstelle zwischen beiden Systemen steht – sollten das eigentlich deutlicher machen. Die Idee von Bologna war ja gerade die Vereinheitlichung und Anpassung einer sehr vielfältigen Hochschullandschaft, um europaweite Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Bologna ging es also gewissermaßen um ein groß angelegtes Artensterben und den Aufbau von Monokulturen – also um das, was die EU im Agrarsektor schon so erfolgreich betrieben hat. Demnächst kommt dann bestimmt die gen-manipulierte Bildungspolitik! Auf das Büchlein gemünzt aber heißt das: Wer diese Artenvielfalt nicht darstellt, der entzieht sich selbst die Grundlage, eine überzeugende Verlustgeschichte zu schreiben.

Schließlich stimmen Masschelein und Simons ein politisch motiviertes Loblied auf die Vorlesung an. Sie begründen dies nicht pädagogisch, sondern bemühen sich in Rückgriff auf Foucaults Heterotopie-Konzept darum, die Vorlesung als einen Ort des gemeinsamen leidenschaftlichen und tendenziell auch subversiven Denkens wiederzugewinnen:

Öffentliche Vorlesungen sind deshalb mit dem Entstehen eines neuen Bewusstseins verbunden oder mit einem Überraschen des Selbst, das die eigenen privaten Angelegenheiten übersteigt, dadurch dass Dinge zu einer öffentlichen Angelegenheit werden. Die Magie der Vorlesung kommt vielleicht dem nahe, was Latour ein „kollektives Experiment“ nennt. (S. 68)

Diese Begeisterung für die Vorlesung teilen ja bekanntlich nicht viele Menschen mit den beiden Autoren. Einmal davon abgesehen, dass Masschelein und Simons stillschweigend voraussetzen, dass die Vorlesung nicht etwa eine bloße Wiedergabe von Fakten ex cathedra ist (was sie in der guten alten Zeit freilich meist gewesen sein dürfte), finde ich an ihrem Vorschlag noch viel irritierender, dass der Erfolg ihres Konzepts vom sich öffnenden Raum des Denkens mit dem Charisma des Dozenten und der Aura der Veranstaltung steht und fällt. Charisma aber ist keine gute Voraussetzung für Kritik, und es stellt sich zudem die Frage, wie man eine solche Aura an einer normalen Massenuniversität schaffen soll. Oder wollen Masschelein und Simons zurück zur Gelehrsamkeit für ganz wenige, die zudem auch noch massiv alimentiert werden, wie das in Mittelalter und Früher Neuzeit oft der Fall war? Wohl kaum!

Es ist gewiss nicht immer verkehrt, sich an der Geschichte zu orientieren. Aber im Hinblick auf die Zukunft der Universitäten bietet ein Mischmasch aus ein paar poststrukturalistischen Ansätzen und einer Beschwörung der Zeit vor dem Sündenfall kaum Perspektiven für die Zukunft!


Philologische Niederungen

16. September 2010

Nachdem ich vor ein paar Monaten Herta Müllers Atemschaukel gelesen habe, empfahl mir nun der Buchhändler meines Vertrauens („Kunden, die dasselbe suchten wie Sie, haben gekauft“) Niederungen. Irgendwo hatte ich auch eine vielversprechende Kritik über das Buch gelesen, in der u.a. erklärt wurde, wie wunderbar es doch wäre, dass das Buch jetzt in seiner eigentlichen Gestalt zugänglich sei. Das machte auch den Philologen neugierig, obwohl ich die alte, im Rotbuch-Verlag zuerst 1984 erschienene Fassung gar nicht kenne.

Offenbar war es so, dass mit der damaligen Ausgabe irgendwas nicht in Ordnung war. Am Ende der Neuausgabe heißt es nun auf S. 174:

Für die vorliegende definitive Ausgabe der Niederungen wurden die seinerzeit gestrichenen Kapitel wieder eingefügt. Der gesamte Text wurde von der Autorin noch einmal durchgesehen und korrigiert; dabei wurden auch sämtliche Streichungen von 1984 überprüft und zum Teil rückgängig gemacht.

Nun hätte sich das kleine Philologen-Herz natürlich gefreut, wenn die Änderungen auch gleich verzeichnet worden wären. Aber damit muss es wohl klar kommen, schließlich kann man das auch selbst nachholen oder warten, bis eine kritische Ausgabe kommt. Was ich aber nicht verstehe ist, warum dem Leser nicht mitgeteilt wird, warum die deutsche Erstausgabe defizitär war. Was hat die Überarbeitungen und Umstellungen notwendig gemacht? Vor rund einem Vierteljahrhundert haben viele Menschen, die heute Herta Müller lesen, ja noch gar nicht gelebt – oder zumindest noch keine anspruchsvolle Literatur gelesen. Und von den Schwierigkeiten der rumäniendeutschen Autoren wissen die meisten Menschen auch nicht viel. Das mag man bedauern, aber es ist halt so. Wäre also klasse, wenn man in Zukunft all die Leser nicht im Dunkeln stehen ließe, die jetzt erst das Glück haben, Herta Müllers großartige Erzählungen zu entdecken.


Noch Fragen?

13. September 2010

Für alle, die das mit dem Plagiat immer noch nicht begriffen haben oder die denken, dass sich ein paar depperte Philologen damit eh nicht befassen, hier noch einmal in aller Deutlichkeit, dass copy and paste kein Spaß ist!


Unbedingte Universität II

11. September 2010

Gilles Deleuze  hat schon 1990 in Auseinandersetzung mit Foucault die Ablösung der Disziplinargesellschaft durch die Kontrollgesellschaft beschrieben. In seinem Postskriptum über die Kontrollgesellschaften (jetzt wieder abgedruckt in: Was ist Universität?, Zürich 2010, S. 11-16) erklärt er mit Hinweis auf Kafka, dass dieser ‚Prozess‘ u.a. durch Permanenz gekennzeichnet sei: Während in der Disziplinargesellschaft Phasen existierten, die weitgehend frei von Überprüfungen waren, wird in der Kontrollgesellschaft die Überprüfung permanent. Das hat auch für die Bildungsinstitutionen weitreichende Folgen:

Das modulatorische Prinzip des „Lohns nach Verdienst“ verführt sogar die staatlichen Bildungseinrichtungen: Denn wie das Unternehmen die Fabrik ablöst, löst die permanente Weiterbildung tendenziell die Schule ab, und die kontinuierliche Kontrolle das Examen. Das ist der sicherste Wege [sic!] die Schule dem Unternehmen auszuliefern. (S. 13)

Das perfide an diesem System ist laut Deleuze, dass man niemals fertig wird. In diesem Sinne kann man die Appelle und Angebote zum lebenslangen Lernen auch als Drohung begreifen. Was gerne im Gewand der Chancengleichheit und Gleichberechtigung daherkommt, ist im Sinne von Deleuze nichts anderes als ein Instrument der immer weitreichenderen Kontrolle.

Bemerkenswert an diesem Ablösungsprozess ist dabei, dass Deleuze seine Anfänge offenbar schon vor 100 Jahren sieht. Wenn er damit recht hat, dann wären die Reformen an den europäischen Universitäten der letzten Jahre wohl nichts anderes als eine verspätete Anpassung an die Kontrollgesellschaft. So verstanden wäre selbst die Universität mindestens der 70er, 80er und auch 90er Jahre letztlich nichts anderes als ein Relikt einer längst untergegangenen Epoche. Das würde auch erklären, warum schon damals so viele Studenten sich beschwerten, sie seien für ein Referat nicht richtig motiviert worden, das präsentierte Wissen sei doch gar nicht für den zukünftigen Beruf verwertbar, man lerne an der Uni gar nicht richtig, weil da viel zu wenig Druck gemacht würde. Machen wir uns nichts vor, die Akzeptanz für die Reformen war längst da, weil die Kontrollgesellschaft längst Realität war.

Vielleicht war deswegen auch der Protest vor einem Jahr an vielen Orten so diffus. Nach der Lektüre von Deleuze‘ Aufsatz drängt sich der Eindruck auf, dass manche die Universität der Disziplinargesellschaft zu einem Ideal verklärten (was allerdings nur die tun konnten, die in ihr nicht studiert haben), während andere die Ziele der Modularisierung im Dienste der Kontrollgesellschaft grundsätzlich akzeptierten. Letztlich war dieser Teil der Protestierenden nur unzufrieden nicht mit dem Anliegen, sondern nur mit den Ergebnissen, weil die Bologna-Reformen vielerorts nichts anderes als ein Hybrid aus gestern und heute generierten. Statt Bologna stoppen zu wollen, hätte ihr Schlachtruf lauten müssen: „Forza Bologna!“

Nur in einem Punkt scheint die Anpassung an die Kontrollgesellschaft tatsächlich schon jetzt voll und ganz erfolgreich zu verlaufen, nämlich bei der Anpassung der Universität an die moderne Marktwirtschaft – zumindest wenn Deleuze recht hat: „Der Mensch ist nicht mehr der eingeschlossene, sondern der verschuldete Mensch.“ (S. 15)